• Sabine Puvogel

Groß Ippener: Einfangaktion von über 40 Katzen unerwünscht


Heute möchten wir von einem Einsatz berichten, der uns immer noch ein bisschen sprachlos macht:


Es war eigentlich geplant, dass wir heute in Groß Ippener (Samtgemeinde Harpstedt; Landkreis Oldenburg) eine größere Aktion mit 40 Katzen beginnen


Die Geschichte nahm schon im Juni ihren lauf, als ein einzelnes Kitten von dort ins Tierheim gebracht wurde. Eine befreundete Katzenfängerin hatte Kontakt zum Finder des Kittens aufgenommen, da sie auch die restliche Familie des Katzenkindes sichern wollte. Dieses Unterfangen wurde ihr allerdings von der Finderin verboten. Der Grund: Man wolle keinen Unfrieden in der Nachbarschaft dadurch erzeugen.


So nahm die Katzenfängerin Kontakt zu uns auf und wir suchten wiederum das Gespräch mit der Finderin beziehungsweise den Anwohnern des Wohngebietes. Der Tenor war immer der gleiche: "Es sind zu viele Katzen. Es soll aber nur kastriert werden, wenn die anderen Nachbarn einverstanden sind."


Darauf hin nahmen wir Kontakt zur Gemeindeverwaltung auf und fragten freundlich, welche Möglichkeiten der Unterstützung es vonseiten der Gemeinde gäbe. Die Antwort war ziemlich ernüchternd. Die Gemeinde sah sich nicht in der Verantwortung und wolle uns daher auch nicht unterstützen. Also formulierten wir unsere Bitte noch einmal schriftlich und mit Nachdruck. Denn dass etwas passieren musste, stand für uns außer Frage. Wir kontaktierten auch das zuständige Tierheim, dass sich ebenfalls nicht verantwortlich fühlte.


Unabhängig davon haben wir Spenden und Pflegestellen akquiriert, um mit der Arbeit beginnen zu können, bevor die nächsten Kitten dort geboren werden und sich die Situation der Katzen noch weiter verschlimmert.


Als wir heute auf dem Weg zum Einsatzort waren, wurde uns mitgeteilt, dass wir nun doch nicht kommen müssten. Die unzähligen Kitten seien dort gut aufgehoben und die Nachbarschaft habe alles gut im Griff. Die Gemeinschaft wäre super und in zwei Wochen wolle man sich zum Gespräch treffen und uns im Anschluss Bescheid geben. Immerhin wollte die Nachbarschaft ja nicht irgendwelche "Aufträge" vergeben.


Das war für uns der Moment, uns aus dieser Angelegenheit herauszuziehen. Wir sind kein "Dienstleistungsunternehmen", das irgendwelche Aufträge annimmt. Wir leisten unsere Tierschutzarbeit ehrenamtlich eben Familie und Beruf, weil uns die Tiere am Herzen liegen.


Ohne die Unterstützung der Anwohner können wir die Aktion nicht durchziehen. Schließlich müssen wir für die Einfangaktion die Grundstücke betreten, um die Katzen zu suchen und die Fallen aufzustellen. Anders geht es nicht.


Die Katzen tun uns aufrichtig leid. Jahrelang hat sich die Nachbarschaft in Groß Ippener an den Katzen gestört, aber nichts unternommen. Wir hoffen, dass sie es jetzt schaffen, die Tiere einzufangen und kastrieren zu lassen.

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