• Sabine Puvogel

Mama ich will ein Haustier (Teil 1)


Mit acht Kaninchen, einer Katze, unzähligen Pfleglingen auf Zeit und zwei Kindern (9 und 6) habe ich diesen Satz schon sehr oft gehört und bislang erfolgreich abgeschmettert. Aber wenn man den Umgang mit Tieren schätzt und als wertvollen Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung betrachtet, kommt irgendwann die Zeit, wo man sich ernsthaft mit der Frage beschäftigt: Wann ist der richtige Zeitpunkt?


In dieser Beitragsserie möchte ich Sie an diesem umstrittenen Thema, und wie ich damit umgehe teilhaben lassen. Denn es ist leider eine Tatsache, dass immer noch zu viele Tiere als „Spielzeug“ angeschafft, im Kinderzimmer abgestellt und dort vergessen werden.


Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Ich denke einen festen Zeitpunkt kann es nicht als Antwort geben, womit Weihnachten und Ostern aus dem rennen sind. Vielmehr sollte man es von individuellen Gegebenheiten abhängig machen.


Egal ob das Kind 7, 17 oder 27 Jahre alt ist, wird die Verantwortung für ein Tier, das unter meinem Dach lebt immer auch bei mir als Mutter oder Vater liegen. Ich kann – wie auch mit anderen Hausarbeiten – verschiedene arbeiten delegieren und die übrigen Familienmitglieder einbeziehen, aber trotzdem bin ich am Ende dafür verantwortlich was unter meinem Dach passiert!

Wenn ich also nicht bereit bin, diese zusätzliche Verantwortung für eine Lebewesen und im besten Fall ein neues Familienmitglied zu tragen, dann sollte die Antwort konsequent Nein sein!


Deshalb muss der Sprössling nicht auf einen regelmäßigen, tierischen Kontakt verzichten, den in Tierparks mit Streichelzoo, bei der Freundin und Nachbarn oder auf dem Bauernhof kann man Zeit mit den unterschiedlichsten Tieren verbringen ohne eine langwierige Verpflichtung einzugehen.


Wer sich von der zusätzlichen Verantwortung nicht abschrecken lässt, muss sorgfältig überlegen, wie und wann das Thema begonnen wird.

Für uns war es wichtig, dass eine gewisse Reife vorhanden ist. Das Kind sollte ein Grundverständnis für die Bedürfnisse anderer haben und – mit Unterstützung – auch in der Lage sein, sich über die gewünschte Tierart zu informieren. Natürlich sollten auch die Leistungen in der Schule eine Belohnung rechtfertigen, so kamen wir zu dem Entschluss, das mit Beginn der dritten Klasse ein guter Zeitpunkt für den Start ist.


Aller Anfang ist schwer

Unterschiedliche Tiere haben sehr unterschiedliche Anforderungen, denen man gerecht werden muss, damit die Tiere gesund bleiben. Unsere Tochter hat sich für Meerschweinchen entschieden und damit sie den Anforderungen dieser Tiere auch gerecht werden kann, sollte diese auch kennen. Deswegen hat sie - um sich eigenständig zu informieren - ein Buch über Meerschweinchen und ihre Haltung bekommen. Auch wenn Sie nicht gerne liest, wird sie sich damit auseinander setzten müssen! Schließlich muss man beim eigenen Tier auch oft Sachen erledigen, auf die man gerade keine Lust hat oder die keinen Spaß machen.


Gerade zu Beginn ist das Kind mit Feuereifer bei der Sache und jeden Tag wird darüber gesprochen wie toll alles mit einem eigenen Haustier wird. Aber die Begeisterung lässt schnell nach, wenn man an das Buch erinnert und die Arbeit, die noch vor der Anschaffung erledigt werden muss.


Hier ist Ausdauer gefragt und es wird nicht nur täglich daran erinnert, sondern auch gemeinsam gelesen und darüber gesprochen. Natürlich gehören auch konkrete Planungen dazu und so wird das Thema „eigenes Haustier“ zu einem gemeinsamen Projekt, das neben lesen und leseverstehen auch die Beziehung zwischen Mutter und Tochter stärkt und für viele unbeschreiblich schöne und lustige Momente sorgt.


By the Way - Und das funktioniert auch bei Papas, die sich mittlerweile für Chamäleons interessieren. ;-)



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